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Mords-Propaganda für die Therme Längenfeld!

Punktgenaue Landung nennt man so etwas wohl: Die TIWAG platzt mit ihren Kraftwerksplänen für Längenfeld mitten in die hochsensible Eröffnungsphase der "Tirol Therme Längenfeld". Da bereiten sie seit über einem Jahr die extrem schwierige Vermarktung ihres über eine Milliarde Schilling teuren Fitness-Tempels vor, da steht plötzlich - klingelingeling (plims-plams) - der Elefant im Porzellanladen, sprich: der Stromriese. So hat sich die Werbe-Abteilung des "Aqua Dome" die Markteinführung immer schon vorgestellt!
Längenfelds "kreatives, ganzheitliches Thermen- und Hotelprojekt, eingebettet in die atemberaubende Tiroler Bergwelt" (wie es in der Ankündigung heißt), wäre eingebettet in die wirklich atemberaubende Welt des Staudammbaus, des Stollenbaus, des Kraftwerksbaus und des Stromleitungsbaus. Allein schon die Tatsache, daß Längenfeld von den Kraftwerksplanern mutwillig in diese unsägliche Diskussion hineingezogen wird, bedeutet für die Therme, die im Oktober in Betrieb geht, einen großen Image-Schaden. (Bei der TIWAG muß eben alles groß sein!)
Bekanntlich hat ein Teil des Thermen-Komplexes beträchtliche Statik-Probleme. Sogar von den Bauherren selbst wird ein Absacken etwa des "4 Sterne Plus Hotels" um mehrere cm zugegeben. Das Hotel ist - im wahrsten Sinn des Wortes - auf Sand gebaut, unter dem sich ein Grundwassersee befindet. Durch teilweises Abpumpen dieses Sees hat das Fundament nachgegeben. Die TIWAG plant ja das Wasser des Sulztalspeichers hinter Längenfeld abzuarbeiten und es dann im Schwellbetrieb in die Ötztaler Ache einzuleiten, die wenige Kilometer weiter unten direkt an der Therme vorbeiführt. Es wird befürchtet, dies könnte dazu führen, daß der äußerst labile Untergrund der Thermenbauten mit dem Kraftwerks- Schwellbetrieb sinkt und steigt.
Der Bürgermeister von Längenfeld, Kuen, spricht da lieber - wie es ihm von der TIWAG mundfertig vorgekaut worden ist - von Hochwasserschutz durch Speicherbau. Vom Fischbach aus dem Sulztal, seit Jahren musterhaft verbaut, drohe Gefahr. Wörtlich: "Auch die Therme ist fischbachgefährdet!" Ja, dann hätte er sie doch als oberste Bauinstanz gar nicht bauen lassen dürfen!
Das Schwefelwasser für die Therme Längenfeld kommt just aus jenem Bergmassiv, in welches die TIWAG ihren Megaspeicher hinklotzen möchte. Als im Jahre 1931 schon einmal im Zuge der geplanten "Oberen und unteren Oetzwerke" eine Abhandlung über den Sulztalspeicher stattfand, war die befürchtete Schädigung der Schwefelquelle ein heißes Thema. Im seinerzeitigen Protokoll heißt es:
"Nach gutächtlicher Äußerung eines Sachverständigen ist mit der Verwässerung der Schwefelquelle beim Kurbad Längenfeld durch die beabsichtigten Arbeiten zur Errichtung des Stausees bei der Amberger Hütte zu rechnen, welche Folge auch für die Gemeinde Längenfeld selbst deshalb von erheblichem Schaden sein wird, weil viele Fremde Längenfeld wegen des Badegebrauches aufsuchen."
Es ist angerichtet!

27.9.2004

 
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