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Was die TIWAG im Ötztal wirklich vorhat

Kraftwerksplaner sehen im Ötztal seit jeher ein Schlaraffenland. In den 30er Jahren, als die Verfahren schon einmal abgewickelt waren, fehlten dann doch die finanziellen Mittel, im Krieg verhinderte der Krieg selbst das bereits begonnene Gewaltprojekt. Das Glück der Ötztaler seitdem war, daß das Potential in seinem gesamten Umfang einerseits einfach zu groß ist und jede Teil-Realisierung andererseits der idealen Gesamtnutzung schweren Abbruch tun würde.
Die Kombination aus unerschöpflichen Gletscherabflüssen und riesigen Fallhöhen schreit nach einem sehr komplexen (zumindest) vierstufigen Ausbau. Um diese Vision nicht zu gefährden, wurden für den Speicher in Kühtai auch keine Gletscherbäche im Ötztal angezapft.

Der in den Schubladen der TIWAG zuoberst liegende Plan sieht einen Speicher mit 120 Millionen m³ Nutzinhalt im Rofental und einen ebenso großen im Sulztal vor, ersteren mit einem Zwischenspeicher unterhalb von Vent, letzteren mit einem ebensolchen oberhalb von Aschbach (zwischen Längenfeld und Sölden). Das Wasser vom Rofental würde zum ersten Mal hinter Winterstall im Ventertal (ca. 400 m Fallhöhe) und zum zweiten Mal dann in Aschbach (ca. 550 m Fallhöhe) abgearbeitet. Dort würde auch das Kraftwerk für das Sulztal (ca. 900 m Fallhöhe) stehen. Und von hier käme das gesamte Wasser dann zur Unterstufe im Bereich Ötztal-Bahnhof (ca. 500 m Fallhöhe). So weit so gierig.
Die Speicher im Rofental und im Sulztal sind beide jeweils doppelt so groß konzipiert wie der große Speicher im Finstertal/Kühtai. Während jener hinter Rofen zumindest durch die Beileitung der Ache aus dem Niedertal und der Gurgler Ache theoretisch zu füllen sein dürfte, kämen im Sulztal die 120 Millionen m³ Nutzinhalt aus den drei eingefangenen Bächlein Fischbach, Winnebach und Sulzkarbach bestenfalls in drei Jahren zusammen.
In früheren Sulztal-Projekten waren Speicherinhalte von 40, 48, 60 bzw. 70 Millionen m³ bei einem unvergleichlich größeren Einzugsgebiet (Alpeinerbach, Melach-Oberlauf, Ruetz-Oberlauf) vorgesehen. Man muß sich vorstellen, Sellrain-Silz mit dem 60-Millionen-m³-Speicher hat ein Einzugsgebiet von 140 km² und speist sich aus 13 Bächen! Das Sulztal in seiner heutigen Variante mit dem im Vergleich dazu doppelten Fassungsvermögen hat gerade einmal ein Hinterland von ganzen 77 km². Großartige Überleitungen aus dem Stubai und dem Sellrain sind heute nicht mehr möglich, weil die ergiebigeren Bäche bereits von Kühtai angezapft sind. Wenn man also weiß, daß im Sulztal die erforderliche "einziehbare Wasserfracht" (von ca. 300 Millionen m³) weit und breit einfach nicht vorhanden ist, ist man schon ganz nahe an den finsteren Plänen der TIWAG:
Zwei Drittel der Wassermenge sollen von Aschbach aus 900 m hoch in den Sulztalspeicher hinaufgepumpt werden.
(Mehr zum Speicher Sulztal …)

27.9.2004

 
 almabtrieb sulztal 2004


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