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Insider-Interview zur Wallnöfer-Affäre

M.W.: Van Staa hat kürzlich im Radio gesagt, daß Bruno Wallnöfer „einer der besten Energiefachleute ist“, … 
Insider: … wahrscheinlich einer der besten, die er halt kennt …
M.W.: … ja, vielleicht so. Dort hat van Staa ja auch deutlich zu verstehen gegeben, wer ein Experte ist, das bestimmt immer noch er.
Insider: Nein, ich glaube, der Dr. Wallnöfer ist auf keinem Gebiet ein Experte.
M.W.: Beim Hand aufhalten auch nicht?
Insider: Doch, entschuldigen Sie, dort ist er vermutlich wirklich einer. (Anmerkung: siehe die typische Handbewegung auf dem nebenstehenden Bild)
M.W.: Aber eh nur „vermutlich“, oder? Zurück zum Energie-Experten Wallnöfer. Dieser Dings, dieser Landeshauptmann hat im Radio wörtlich gesagt „ohne nämlich diesen Dr. Bruno Wallnöfer würde es die Innsbrucker Kommunalbetriebe und die Elektro- und Energieversorgung für Innsbruck längst nicht mehr geben“. Wörtlich.
Insider: Das heißt, wir säßen jetzt hier im Dunkeln.
M.W.: Genau. Sie haben im Vorgespräch gesagt, daß …
Insider: Ist eigentlich schon haarsträubend, was ein Politiker in aller Öffentlichkeit für einen Quatsch von sich geben kann!
M.W.: Sag ich ja die ganze Zeit! Im Vorgespräch haben Sie gesagt, daß der jetzige TIWAG-Vorsitzende, dieser Superexperte, nicht einmal weiß, daß beim Hinaufpumpen des Wassers in den Speichersee mehr Energie verbraucht wird als beim Herunterlassen gewonnen werden kann.
Insider: So ist es.
M.W.: Nocheinmal: Also er weiß nicht, daß zur Gewinnung von einer Kilowattstunde Strom im Pumpspeicherkraftwerk im Kühtai vorher eine und ein Drittel Kilowattstunden Strom verschwendet worden sind, um das Wasser in den Finstertalspeicher zu pumpen? Ist es so?
Insider: Er hat keinen blassen Schimmer davon.
M.W.: Und der ist TIWAG-Chef und will Pumpspeicherkraftwerke bauen! Sind wir denn im Narrenhaus? Das weiß doch jeder Hauptschüler, daß hier gegen die Schwerkraft gearbeitet wird. Sonst hätten wir ja ein perpetuum mobile.
Insider: Richtig.
M.W.: Also die Frage an Wallnöfer war, was pro eingesetzter Kilowattstunde fürs Pumpen sozusagen unten wieder herauskommt, oder?
Insider: Ja, er ist auf die entsprechende Frage an ihn hin ganz leise geworden und hat nur gemurmelt: ‚Ich weiß es nicht.’
M.W.: Das gibt’s ja nicht!
Insider: Doch. Und als ihm jemand am Tisch helfen wollte und gesagt hat, es müsse ja wohl weniger sein, einen Verlust müsse es ja dabei geben, mehr könne es nicht werden, da hat er, ich hab mir das hier aufgeschrieben, wörtlich geantwortet: „Da müßten wir einmal mit den Technikern reden, gerne, da bin ich zu wenig firm. So weit bin ich noch nicht in die Sache vorgedrungen.“
M.W.: Nach einem Jahr Vorstand im Energieunternehmen TIWAG!
Insider: Und vorher zehn Jahren Vorstand im Energieunternehmen IKB!
M.W.: Wenn es nicht zum Lachen wäre, wär es zum Weinen, daß der wertvollste Betrieb, den das Land hat, der uns allen gehört, so einen Vollexperten (Bezeichnung von der Redaktion geändert) an der Spitze hat.
Insider: Sage kein Politiker mehr, er habe es nicht gewußt.
M.W.: Die Leute in der TIWAG werden sich abhauen, wenn sie das lesen.
Insider: Ich fürchte, die da drüben kennen Wallnöfers 'Kompetenz' bereits zu Genüge.
M.W.: Bitte, so ein Vorstandsvorsitzender ist ja eine Witzfigur!
Insider: Das haben jetzt aber Sie gesagt!
M.W.: Stimmt’s nicht?
Insider: (lacht)
M.W.: Bekannt geworden ist der Bursche ja als er während einer Kundgebung im Magistratshof mit Polizeigewalt seinen Parkplatz hat räumen lassen.
Insider: Aus dieser Zeit gäb’s schon mehr Geschichten. Zum Beispiel war Wallnöfer seinerzeit als Innsbrucker Stadtrat und ÖVP-Klubobmann gleichzeitig auch hoher Beamter der Stadt und hat dafür 75% des Gehalts eines Senatsrates zusätzlich zu den politischen Gehältern bezogen.
M.W.: Wie? Zusätzlich zum Stadtratsgehalt und zum Klubobmanngehalt noch drei Viertel vom fetten Gehalt eines Senatsrates? Das ist ja interessant. Denn im Radio hat Bruno Wallnöfer kürzlich gesagt: „Wer sich also entscheidet, seinem Land zu dienen, also im öffentlichen Dienst zu stehen, der soll nicht eine Maximierung seiner eigenen Einkünfte anstreben, sondern also an einer gerechten Verteilung dieses Wohlstandes mitarbeiten.“
Insider: Das ist ja der pure Hohn! Widerlich!
M.W.: Glauben Sie, Wallnöfer kann sich in seiner jetzigen Position halten?
Insider: Ich denke schon, denn van Staa wird ihn nicht fallen lassen können, da hat er schon zu sehr sein eigenes politisches Schicksal mit Wallnöfer verknüpft. Die beiden wissen einfach auch zuviel übereinander und von einander, als daß einer ohne den anderen untergehen könnte.
M.W.: Themenwechsel: Wie sehen Sie das Verhalten der TIWAG jetzt in dieser Wallnöfer-Affäre? Stellt sich die TIWAG da sehr geschickt an?
Insider: Ganz im Gegenteil. Das ist ja ein jämmerliches Bild, das sie da bietet. Um den unhaltbaren Wallnöfer zu halten, nehmen sie leichtfertig die schwerste Imageschädigung der TIWAG in Kauf. Sie manövrieren trotz aller Beratungsprofis den Karren immer weiter in den Dreck.
M.W.: Was ist da mit der Krisen-PR vom Platzer?
Insider: Ich kenn den Bernhard Platzer seit langer, langer Zeit. In der Wallnöfer-Sache steht er einfach an. Solang er ihn halten muß, ist er sozusagen chancenlos, etwas für die TIWAG tun zu können.
M.W.: Vielleicht tut er deswegen lieber golfen.
Insider: Der Bruno und der Bernhard sind seit 35 Jahren Spezln. Jusstudium in Innsbruck beim Klecatsky, Militärakademie in Wiener Neustadt, beide sind ja Reserveoffizier, gemeinsame Übungen, dann waren sie Mitglied bei diesem ominösen Round Table 18 und jetzt sind sie beide bei Rotary.
M.W.: Was ist Round Table?
Insider: Ein exklusiver Klub, der sich nach seinem Stammtisch Nr. 18 benannt hat und sich als Eliteverein sieht. Man scheidet dort allerdings mit 40 Jahren automatisch aus. Was ich sagen wollte: Der Bernhard macht seit dreißig Jahren Krisen-PR für den Bruno, zum Beispiel seinerzeit als er noch Chefredakteur in der TT war und dem Bruno als Innsbrucker Finanzstadtrat tagtäglich in der Tageszeitung zu helfen hatte. Das war ja auch schon peinlich. Heute ist es ja so, wie man hört, daß keine Zeile vom Bruno aus der TIWAG hinausgeht ohne daß sie der Bernhard Platzer gelesen und redigiert hat.
M.W.: Was? Dieser Unsinn ist redigierter Unsinn? Wie schaut dann erst der unredigierte Unsinn aus?
Insider: Ich finde, es ist nicht nur ungustiös, daß sich die TIWAG für sehr viel Geld Brunos Spezl für die Öffentlichkeitsarbeit hält, sondern in dieser Situation derzeit auch eine komplette Sackgasse. Da nützt es ja auch nicht wirklich jetzt, daß Platzers Freundin, die Stefanie, die Adabei-Gschichten in der TT macht.
M.W.: Die Stefanie Kammerlander ist das?
Insider: Ja, sie kann da von einer TIWAG-Fete berichten und dort ein Bildl >Bruno mit Sektglas< bringen, aber herausreißen kann sie ihn da auch nicht.
M.W.: Apropos Sektglas. Bei der Geburtstagsfeier vom ZRBV Pertl in der Blaike in Völs soll Wallnöfer ja ziemlich ausgerastet sein und in seiner Ansprache wie ein Blöder gebrüllt haben: „Und dieses Kraftwerk wird gebaut!“ usw. Manche sollen sich gar an Hitler erinnert gefühlt haben …
Insider: So ist es …
M.W.: … und das auch kundgetan haben.
Insider: Hab ich auch gehört.
M.W.: Hat er Alkoholprobleme?
Insider: Das weiß ich wirklich nicht.
M.W.: Zurück zu größeren Problemen. Ganz kurz noch: Glauben Sie, daß die TIWAG verkauft wird?
Insider: Es deutet gar manches darauf hin!
M.W.: Zum Beispiel?
Insider: Ich möchte mich dazu im Detail jetzt nicht äußern. Ich denke aber, daß es darauf hinauslaufen soll.
M.W.: Soll? Oder wird?
Insider: Nein, schon: soll! Von van Staa aus gesehen: soll. Leider.
M.W.: Darf ich das so zitieren?
Insider: Selbstverständlich.
M.W.: Sie müssen jetzt gehen, ich verstehe. Ich bedanke mich für das Gespräch. Und über den Eberle reden wir ein anderes Mal. Ja?
Insider: Bitte, gern.

 
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