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Saubere TIWAG-Kumpane

Die Citibank hat entgegen den vollmundigen Behauptungen des Herrn Meysel sich natürlich auch die Komplizen für die Cross-Border-Tricksereien mit den TIWAG-Anlagen selber und allein ausgesucht. Das Geschäft als Depotbank im Sellrain-Silz-Deal hat sie der UBS zugeschanzt, gegen die mittlerweile ebenfalls im Parmalat-Betrugsfall ermittelt wird. Und als Hauptinvestor kam die Potomac Capital Investment Corporation (PCI) zum Zug, die damals gerade über eine Beteiligung im Kriminalfall Enron Geld verloren hatte. Dieser PCI hat sie als Makler auch noch die Kraftwerke Achensee, Amlach, Heinfels, Imst, Kalserbach und Kirchbichl zugeschoben.
Beim Verteilernetz der TIWAG, wo sich die Citibank selbst (mit 250 Mio. Dollar) zu zwei Dritteln eingekauft hat, sind als kreditgebende „Banken“ die beiden US-Versicherungskonzerne John Hancock (bereits beteiligt an Sellrain-Silz) und die American International Group (AIG) involviert. Das geschah im September 2003, zu einer Zeit als van Staa, entgegen seiner ständigen Falschaussagen, das sei alles vor ihm passiert, bereits seit fast einem Jahr Landeshauptmann war. Die AIG hat auch im November 2001, also zu einer Zeit als der lügende Holländer immer noch Bürgermeister von Innsbruck war, als Haupt-Kreditgeber den IKB-Stromnetz-Deal möglich gemacht. Aufsichtsratsvorsitzender der IKB war damals Elmar Schmid, heute Vorstandschef der IKB. Er hat dem Innsbrucker Gemeinderat in der Sitzung vom 18.10.2001 den Deal in den hoffnungsfrohesten Tönen angepriesen: „Ich persönlich neige dazu zu behaupten, dass das Risiko vernachlässigbar und der Vorteil dieses Cross-Border-Leasing-Geschäftes sehr groß ist. (…) Aus der Sicht des Aufsichtsrates der Innsbrucker Kommunalbetriebe sage ich, dass wir das Geld nicht liegen lassen können.“ In der selben Sitzung lobte dann auch noch Wallnöfers CBL-Berater, ein nicht weiter vorgestellter „Dr. Haupt“, vor den arg ahnungslosen Gemeinderäten den Deal allgemein und sagte laut Protokoll wörtlich über den AIG-Konzern im besonderen: „Dieser ist eine sehr hoch geredete Finanzinstitution in den USA.“ Und hat damit wenigstens ein wahres Wort gelassen ausgesprochen. Denn die meisten Börsenunternehmen sind entweder hochgeredet - oder bereits tief gefallen.
Würden Sie einer hochgeredeten Firma ca. 190 Mio. Euro (die AIG fungiert in dem IKB-Deal auch als Depotbank, wo der größte Teil des Kaufpreises als Mietraten-Rücklage derzeit liegt) anvertrauen, wie es die Innsbrucker Kommunalbetriebe gemacht haben?
Übrigens hat die IKB für den Verkauf ihres Stromnetzes nur ganze 4,2 Prozent des geschätzten Wertes als Barwertvorteil bekommen (10,9 Millionen Dollar.) Es hätte können wesentlich mehr sein, falls die Stadt Innsbruck die Bürgschaft für die IKB übernommen hätte, was den Politikern dann aber offensichtlich doch zu heiß war. Vor dem letzten Risiko, nämlich, wenn schon das Kalbl hin ist, die Kuh auch „hin sein“ zu lassen, sind sie dann doch zurückgeschreckt. Und haben damit die Waghalsigkeit der CBL-Deals deutlich zum Ausdruck gebracht. So muß daher dreißig Jahre lang die IKB selbst für die deponierten 190 Millionen Euro einstehen, falls mit der AIG etwas passiert. (Dem Trust gegenüber, von dem die IKB die Anlage derzeit zurückmietet, bleibt nämlich laut Vertrag die IKB, obwohl sie den gesamten Mietzins für die volle Laufzeit der Miete in einer einzigen Summe bei der Bank deponiert hat, für die Zahlung der Jahresmieten verantwortlich. Das heißt, im Fall des Falles muß die IKB bzw. die IKB-Mutter TIWAG die 190 Millionen Euro noch einmal hinblättern.)
Der ominöse Experte „Dr. Haupt“ wird im Gemeinderat die AIG wohl als „eine sehr hoch geratete Finanzinstitution in den USA“ dargestellt haben. „Geratet“ von (englisch) „rate“: einschätzen, einstufen. Die Protokollschreiberin war hier aber mit ihrem „hoch geredete Finanzinstitution“ um einiges klüger als der hochbezahlte Cross-Border-Agent. Die AIG ist nämlich derzeit in einen riesigen Bilanzskandal im Ausmaß von bis zu 2,8 Milliarden Dollar verwickelt. Den laufenden Ermittlungen der New Yorker Staatsanwaltschaft zufolge sind in den Bilanzen die Finanzreserven des Konzerns durch Scheinbuchungen künstlich aufgebläht worden. Man kennt dieses Spiel. Und ahnt, wie es weitergeht. Die Kaufempfehlungen für die AIG-Aktie wurden inzwischen zurückgenommen. Der Konzernchef mußte bereits gehen. Es kann unangenehm werden für IKB und TIWAG.
In diesen Sumpf aus Korruption und Betrug hat sich die TIWAG freiwillig begeben. Aus reiner Gier. Genauer: In diesen Sumpf haben Vorstand, Aufsichtsrat und Landesregierung das Unternehmen, unser gesundes Unternehmen, ohne unsere Zustimmung, ja, ohne unser Wissen geführt. An diese Kumpane haben van Staa, Eberle und Wallnöfer uns verkauft.
Es ist daher nichts als blanker Hohn, wenn die TIWAG, die solche Verbrechen an der Zukunft dieses Landes und seiner Bevölkerung begangen hat, im „Optionenbericht“ von „Zukunftsperspektiven“, von „Eigenständigkeit“, „Unabhängigkeit“, „energiepolitischer Selbstbestimmung“ und ähnlichem faselt.


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