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Cross-Border-Leasing-Prozess geht weiter

Zur Einvernahme weiterer Zeugen ist der von der TIWAG gegen Markus Wilhelm angestrengte Prozess am 12. November 2007 am LG Innsbruck von Richter Friedrich Huber auf unbestimmte Zeit vertagt worden.
Einziger Höhepunkt der Verhandlung, wenn auch in negativer Hinsicht, war die Einvernahme des Ex-TIWAG-Vorstands und numehrigen CBL-Aufpassers (Controllers) Hermann Meysel. Das Bild, das der TIWAG-Finanzjongleur den zahlreich erschienenen Beobachtern bot, war ein erschütterndes.

Da die TIWAG nicht müde wird zu behaupten, durch die Veröffentlichungen auf dieser Webseite sei ihr großer Schaden entstanden, wurde Mag. Meysel vom Anwalt des Beklagten, RA. Dr. Thaddäus Schäfer, gebeten, diesen Schaden endlich zu konkretisieren. Meysel war dazu weder fähig noch in der Lage.
Im folgenden eine Passage aus der Vernehmung:
RA Schäfer: „Welcher Schaden ist der TIWAG entstanden?“
Meysel: „Es gibt einen höheren Kommunikationsaufwand.“
RA Schäfer: „Was heißt das?“
Meysel: „Es muss jetzt mehr kommuniziert werden mit den Vertragspartnern.“
RA Schäfer: „Was heißt mehr? Um wie viel mehr?“
Meysel: „Ja, war’s bis dahin null, so ist’s jetzt zehn mal soviel.“


Ich hoffe, der Richter hat diese Sternstundenminute protokolliert.

Dann wurde Herrn Meysel ein ziemlich verräterisches Interview vorgehalten, das er nach dem vermeintlich famosen Sellrain-Silz-Deal dem US-amerikanischen Fachmagazin „Asset Finance International“ gegeben hatte. Darin hatte er nämlich verraten, dass die Verträge vor allem wegen der Tiroler Bevölkerung geheim gehalten werden müssten. Wörtlich sagte er:
„With this type of business it is always better to keep quiet. We prefer to keep a low profile and only worry about the Tyrolean people. After all, they are the ones who own our company.”
Auf deutsch: „Bei dieser Sorte von Geschäften ist es immer besser, leise zu sein. Wir ziehen es vor, uns zurückzuhalten und sind nur besorgt wegen der Menschen in Tirol. Schließlich sind sie es, denen unsere Firma gehört.“

Abgedruckt in "Asset Finance International" vom April 2002, wollte der TIWAG-Mann im Zeugenstand das plötzlich nie so gesagt haben.
Da fehlt’s offenbar nicht nur am Gedächtnis, sondern auch am Charakter.

Immerhin hat er zugeben müssen, dass er auf meine schriftliche Bitte um ein Gespräch über die CBL-Geschäfte der TIWAG (lange vor der ersten Veröffentlichung) zum großen Vorsitzenden gepilgert sei und von diesem keine Erlaubnis bekommen habe, mit mir zu reden.

Es könnt ja so lustig sein, wenn’s nicht so traurig wäre und die TIWAG hier nicht unser aller Geld verheizen würde.

Prozess-Vorbericht "Tirol am Sonntag"
Prozessbericht "Österreich"
Prozessbericht "Kurier"
Prozessbericht "Kronenzeitung"
Prozessbericht "Neue"
Prozessbericht "Standard"


Mehr dazu: Vorbemerkungen zur Hauptverhandlung im CBL-Prozess am 12.11.2007

14.11.2007


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