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Die unfassbaren Zustände bei den Tiroler Festspielen Erl

Es geht um Kunst, ja, um die Kunst der Ausbeutung, um Kultur, aber um die der Despotie, der Tyrannei und des Machtmissbrauchs. Bei Oper und Gefangenenchor sollte man weniger an den von Nabucco als den in Minsk für Erl zusammengefangenen denken, an Schandlöhne, an unterirdische Arbeitsbedingungen, an Dritte Welt mitten in Österreich.
Hochkultur für Niedrigstlohn.


Vergesst Hartmann! Vergesst das Burgtheater!

Der Kulturbetrieb, insbesondere der Musikbetrieb basiert auf unvorstellbarer Ausbeutung. Ein besonderer Menschenschinder ist in Erl im untersten Tiroler Inntal zugange.
Der Auftrieb in diesem potemkinschen Festspieldorf dient vor allem der Inszenierung eines skrupellosen Bauunternehmers als Kunstmäzen und Philantropen, eines mittelmäßigen Dirigenten und schlechten Komponisten als genialischer Maestro und einiger kulturagnostischer Provinzpolitiker als Adabeis. Hier werden Unmengen öffentlicher Gelder verbrannt für Festspiele, von denen schon knapp hinter Rosenheim niemand mehr etwas merkt und weiß. Erl und Kuhn spielen im Hochkulturbetrieb, in dem sie eine Rolle spielen möchten, keine.





Genau betrachtet, handelt es sich beim Festspielunternehmen Erl um einen aufgeblasenen, immens teuren Jubelverein, dessen Objekte der Huldigung Hans Peter Haselsteiner und Gustav Kuhn sind. Für deren Anhimmelei wird eine Heerschar an Hungerlöhnern eingespannt, gegen welche die geschundenen rumänischen Radieschenzieher auf den Thaurer Feldern sich beinahe schon wie fast korrekt bezahltes Personal ausnehmen.

Wir reden hier noch gar nicht von Besetzungscouch und „unangemessenem sexuellen Verhalten“, wie es seit Neuestem ebenso beschönigend wie arg verharmlosend heißt. Wir reden von modernem Sklaventum, wobei eher modern der übertriebene Ausdruck ist als Sklaventum für das, was in Erl, nein, nicht: abgeht, sondern Grundlage des Festspielbetriebes ist.

Was so im Raum steht, im Bühnenraum und im Probenraum:
Verdacht auf Lohndumping, auf Lohnwucher, Scheinselbstständigkeit, Abgabenhinterziehung, auf Verstoß gegen das Ausländerbeschäftigungsgesetz, Arbeitsverfassungsgesetz, Arbeitszeitgesetz, Arbeitsruhezeitgesetz, Urlaubsgesetz, auf Umgehung des Dienstvertrages, Aushebelung des Urheberrechtsgesetzes usw.


Nichts ist erfunden, nichts ist dazugedichtet

Meines sind bloß Worte, das der Musikerinnen und Musiker, Sängerinnen und Sänger in Erl sind handfeste Erfahrungen an Seele und Körper, demütigende und entwürdigende Erfahrungen von unglaublichen Schikanen, von Probenterror, von Niederbrüllen und Fertigmachen und mehr, viel mehr.

Es folgen Erlebnisberichte, die mir zugegangen sind bzw. die ich Gesprächen und ausführlichen Korrespondenzen verdanke, welche ich mit Betroffenen zum Thema Erl führen konnte. Dokumente des Grauens und des Grausens, minimal redigiert, und zensiert nur da, wo es um das Ansehen Dritter oder um eventuell strafrechtlich Verfolgbares geht.
Alles O-Ton, unverfälscht, aber freilich anonymisiert.



Langsam glaube ich auch nicht, dass die Musiker nach Erl kommen, weil sie hungrig nach partiturtreuer Musik sind. Die sind nur hungrig. Und damit sie wenigstens einen Bruchteil ihres Spesenersatzes (Gagen werden in diesem hochkulturkommerzfeindlichen Verein natürlich nicht gezahlt) mit heim nehmen können, essen sie oft nur Wurstsemmeln, neben dem Milchreis, der in den kleinen Pausen der siebenstündigen Proben gereicht wird.




Ich bin jedenfalls abgesprungen. Alles zu ekelhaft. Einige Mädels haben sich an mich gewandt und um Hilfe bei "Entscheidungen" gebeten. Sie waren dankbar, als ich offen gesprochen habe, was sie erwarten könnte.
Von anderen habe ich über deren Freundinnen erfahren. Jedoch alles im Privat-Untergürtellinien-Bereich, nichts "Öffentliches...".




Die Verschwiegenheitspflicht inkl. Strafandrohung hat dazu geführt, dass die Betroffenen bisher geschwiegen haben.


Ich kann Ihnen sagen, dass dort Angst herrscht, sogar unter den ehemaligen Musikern, die nie wieder mit Kuhn arbeiten wollen. Angst, sogar das Wenige zu verlieren, das sie in Erl „verdienen“. Angst sich im Internet zu äußern und das nicht ohne Grund. Ich habe gehört, dass sich ein Musiker darüber beschwert hat, dass seiner Meinung nach das Probespiel, bei dem er mitgemacht hat, unfair war. Einige Musiker haben "geliked" und haben sich damit das eigene Grab geschaufelt. Ein Verantwortlicher hat das gelesen und eben dieser Kollege und die anderen, die sich solidarisch gezeigt haben, werden von diesem Orchester nie wieder eingeladen werden, weder zum Spielen noch zu einem künftigen Probespiel.




Kuhn ist oft eine Zumutung. Unemotional, uninspiriert, gelangweilt, ganz klein. Also deswegen so einen Hype um diesen Mann zu machen, sehe ich keinen Grund. Man muss über Monitore singen und er dirigiert so klein, dass man ihm kaum folgen kann. Ich weiß nicht, ob er es nicht mehr schafft oder ob er es aus Arroganz so macht.
Musikalische Assistenten und Repetitoren hassen Kuhn - oft muss man es über sich ergehen lassen, dass Repetitoren fast die ganze Stunde nur über Kuhn und die Gepflogenheiten dort schimpfen, weil auch sie sich Luft machen müssen und weil sie es selber fast nicht mehr aushalten dort.




Ich habe in der Saison (…) unter Gustav Kuhn dort als Bühnentechniker gearbeitet. Das war schon sehr heftig! Ein kleines Team von Bühnentechnikern, das praktisch im Dreischichtmodus gearbeitet hat, bis zur Erschöpfung und somit unverantwortlich! Die Bezahlung war miserabel! Ich hatte für eine Pauschalsumme gearbeitet und habe mich am Ende kaum getraut meinen Stundenlohn auszurechnen. Dort habe ich auch mitbekommen, wie die oftmals aus Osteuropa stammenden Orchestermusiker gelinde gesagt ausgebeutet wurden. Nicht schön! Dafür ist es landschaftlich aber sehr schön in Erl.




Zusammensetzung von Chor und Orchester - Winterfestspiele Erl 2016/17


In Erl herrscht ein einziges Klima der Angst, was alle abkriegen bis auf ein paar Alteingesessene und sein nahes Team, das den einschüchternden Führungsstil von Kuhn übernimmt und fortsetzt. Man wird grundlos gemobbt, ausgenutzt, künstlerisch lahmgelegt in zweiten und dritten Coverposten, was man vorher nicht wusste und sich gut und teuer für Coverrollen vorbereitet hat, die kein Schwein interessieren am Ende. Andere Stimmen werden reihenweise kaputt geprobt, kommen dann irgendwann halt von Soli auf Coverposten, neun Stunden Proben am Tag wochenlang mit immer denselben Sängern, während andere nichts zu tun bekommen, aber immer anwesend sein sollen. Man sitzt einen ganzen Sommer lang untätig im Dunkeln und oft ist es sehr kalt in dem Passionsspielhaus. Für alle gibt es zusätzlich, auch auf die überanstrengten Stimmen noch Repetition ein bis sogar zwei Stunden, die alle fast immer machen, weil es die anderen auch tun.




Das Verhalten von Herrn Kuhn ist unterirdisch und unprofessionell und ich habe den Eindruck, er hat Freude daran, die Musiker mit ewigem Durchspielen und mit überlangen Proben zu quälen. Man könnte normalerweise das gleiche qualitative Ergebnis auch mit weniger als einem Drittel der Probenzeit hinbekommen. Auch wenn er sich professionelle Musiker nehmen würde, aber die bekommt er ja durch sein Verhalten nicht. Dabei hat er durchaus handwerkliche Qualitäten, deshalb ist es besonders unverständlich.




Musiker werden wie Sklaven gehalten. Sie müssen stundenlange Proben erdulden, wobei dies alles im Tagessatz inkludiert ist. Sie ernähren sich fast ausschließlich im Supermarkt, damit sie wenigstens ein paar Euros mit nach Minsk bringen können. Das Land Tirol subventioniert dies mit immens hohen Beträgen. Kuhn fährt mit der Harley vor dem Festspielhaus herum. Das ist blanker Hohn! Die fahren mit uralten Bussen von Minsk nach Erl und das um fast kein Geld. Natürlich kommen die jedes Jahr wieder, weil es in Minsk noch weniger zu verdienen gibt.Ich habe es selbst erlebt: Er nennt seine Musiker Arschl....usw. Denen haben die Bögen gezittert. Und dann geht er her und verlautbart, dass alle Musiker soooo viel von seinem Wahnsinnstalent profitieren können, dass sie auch ohne Gage spielen würden. Bei den Tagessätzen frage ich mich, wo das Geld von den sehr teuren Eintrittskarten hingeht - und warum steuert das Land Tirol jährlich hunderttausende Euros bei? Er ist eine Schande für das Kulturland Tirol und Österreich.




Landeshauptmann Platter unterstützt mit viel Steuergeld Gustav Kuhn, Gustav Kuhn unterstützt Günther Platter im Wahlkampf.


Als Cover sitzt man dort immer auf heißen Kohlen, weil man theoretisch jeden Moment als Cover drankommen könnte. Dafür kommt man auch gut vorbereitet hin, doch muss man vor Ort zur Kenntnis
nehmen, dass es für eine Rolle sogar zweite und dritte Coverposten gibt! Die Einsatzwahrscheinlichkeit für den dritten Cover geht daher gegen null und schlimmer noch.




Kuhn ist ein völlig indiskutabler Typ, der widerlichste Dirigent, der mir in meiner Laufbahn untergekommen ist.




Jeder Besucher in Erl muss wissen, dass da ein "Festspielorchester" musiziert, das hauptsächlich aus einem Minsker Studentenorchester und ein paar zugekauften freiberuflichen Musikern aus Osteuropa und Italien besteht. Das Minsker Orchester probt drei Monate vor der Anreise und wird dann hier von einem Aufpasser überwacht, jede Probe von Anfang bis Ende, der bewertet, ob ein Musiker wiederkommen und sich wieder auf die lange Busreise von Minsk nach Erl begeben "darf". Offenbar hat es Herr Kuhn nötig, auf so ein Orchester zu setzen. Diese Musiker werden unter der Gürtellinie bezahlt und spielen unter Umgehung sämtlicher üblicher Standards. In den Verträgen, falls es welche gibt, wimmelt es nur so von Schweigeverpflichtungen unter Androhung von Schadenersatz. Probenzeiten sind nicht definiert, keiner weiß vorher genau, wie lange eine Probe dauert, meist ca. viereinhalb bis fünf Stunden mit oft nur einer Pause. Die Proben bestehen meist aus stundenlangem Durchspielen und Geschreie von Herrn Kuhn. Einzelne Musiker werden oft persönlich angegangen und beleidigt.




„Vereinbarung“ genannte völlige Entrechtung der Künstler


Sklaventreiber! Der sogenannte Werkvertrag ist in meinen Augen eine Umgehung eines Dienstvertrages und würde in den Augenblick, in dem jemand Klage führt, sofort zu Staub zerfallen, aber es hat sich in fast 20 Jahren offenbar niemand gefunden, der sich getraut hätte, gegen diese Ausbeutung vorzugehen.




Proben dauern bei Kuhn ewig (fremde Dirigenten müssen sich an die drei Stunden halten). Er probt einfach, bis er das ganze Stück durch hat. Man kann es daher auch nicht wirklich proben nennen, sondern eher durchspielen mit Abbrüchen, wo dann jemand zusammengeschissen wird, was ziemlich heftig werden kann. Man kann auch mal einen Anschiss kriegen, wenn man mal nicht lächelt. Vieles davon ist willkürlich und verletzend. Das Perfide ist jedoch, wenn er dich dann einmal lobt, nimmt man alles in Kauf und die Wirkung ist sehr viel stärker. Ich persönlich würde sagen, er ist ein sehr guter Manipulator. Ob‘s bei den andern auch so wirkt, wie bei mir, weiß ich nicht, vermute es mal.




Es wird einem ganz schnell klar gemacht, dass man sich devot hochdienen muss und bis zum Äußersten zu gehen bereit sein muss, wenn man dort etwas Größeres singen will. Die meisten Sänger sitzen den ganzen Sommer nur im Dunkeln und haben kaum was zu tun.
Er braucht ein Publikum hauptsächich weiblicher Art bei jeder noch so langweiligen Probe.




Ich habe gesehen, dass das weißrussische Orchester während der Produktion mit dem Bus nach Minsk gefahren ist und wieder zurück. Ich nehme an, dabei ging's ums Arbeitsrecht.




Sein Parkplatz vor dem Festspielhaus


Ich weiß relativ genau, dass ich ausgebeutet werde und dass diese Zustände illegal sind. Aber ich brauche selbst dieses Geld, um meine Miete und die Stromrechnung bezahlen zu können. Ich kann mir den Verlust dieses Jobs nicht leisten.





Herr Kuhn rief mich seinerzeit an, beschimpfte mich als Verräter und Nazi. Er verlangte von mir, dass ich freiwillig von meinem Dreijahresvertrag zurücktrete und Erl die bereits für die beiden Folgeproduktionen erarbeiteten Entwürfe quasi als Entschuldigung unentgeltlich überließe.
Von jetzt auf gleich bekam ich das andere Gesicht Kuhn zu spüren. Auch wenn ich dieses schon oft bei anderen Künstlern mitbekommen hatte, ist es doch etwas anderes, wenn man selbst auf einmal angebrüllt und grundlos auf's Übelste beschimpft wird. Oberstes Gesetz in Erl: Kuhn hat immer recht, selbst wenn er genau das Gegenteil vom Vortag sagt. Ich war perplex.




Ein Bruttobezug von 2.280 Euro für zwei volle Monate ergibt eine Tagesgage von 38 Euro brutto. Was dies netto bedeutet, kann man sich ausrechnen. Dabei ist der Betroffene, richtiger: Betrogene, bei diesem Dienstvertrag noch nicht einmal ein Billiglöhner aus Weißrussland, sondern ein für Erl bereits Privilegierter und Besserbezahlter aus Westeuropa.




Er greift einzelne Musiker gezielt an und beleidigt sie vor dem ganzen Orchester und anwesendem Chor. Auch lässt er teilweise einzelne Pulte schwere Stellen spielen, was gar nicht geht und in einem Profiorchester nicht erlaubt ist. Und wie ich gehört habe, wurde er in früheren Projekten auch schon übergriffig.




Zweieinhalb Stunden ohne Pause durchzuproben, das ist wirklich ganz schlau, denn schon in der Schule lernt man: Viel hilft viel!! Ausgezeichnet, das ist Weltklasse. Und eine Brahms-Probe kurz vor Mitternacht, das hat auch was, auch wenn die Hälfte der Leute schon vor totaler Erschöpfung danieder sinken, macht nix, wir fuchteln biologisch wertvoll weiter, richtig Müsli.
Tobias Moretti und die Schwabenkinder lassen grüßen und das nicht einmal 80 km weit vom zivilisierten München entfernt, wie peinlich.




Wenn die osteuropäische Kollegin am Pult nur ein Drittel des Honorars bekommt, dann sind das schon Zustände!




Das Dirigat von Kuhn ist auch unterirdisch. Im Grunde kann der Mann eine Vorstellung gar nicht mehr durchdirigieren. Das Dirigat hat die Größe und den Charakter von einem dicken Mann, der nach Luft schnappt und mit Besteck in der Hand missmutig über seinem Teller hockt und in seinem Essen stochert. Der Mann kann die Arme kaum noch wie ein Dirigent heben.
Er ist also nicht mal gut, denn er ist ja alt plus sehr übergewichtig und die Musik machen gutstudierte Leute.




Verwertungsrechte sind – natürlich – dem Maestro vorbehalten


Natürlich gefällt es niemandem, wenn solche Zustände herrschen. Mal abgesehen noch von der ausbeuterischen Bezahlung der osteuropäischen Musiker, die natürlich erst recht keine Ahnung vom österreichischen Vertragsrecht haben und die Klauseln im Werkvertrag wohl nur der Angstmache dienen und von jedem Gericht sofort kassiert würden, wie der ganze Werkvertrag, den es wohl eigentlich gar nicht geben dürfte, da ein Werkvertrag üblicherweise für Selbstständige und nicht für Angestellte gilt.




Die „Künstlerverträge“ sind ein sehr sensibles Thema geworden, nachdem es 2014 zu einer hohen Nachzahlung aufgrund einer Steuerprüfung mit anschließender Prüfung der Sozialabgaben gekommen ist. Die Begründung waren die „versteckten Dienstverhältnisse“ der Künstler.
Aufgrund der hohen Nachzahlungen kam es auch zu großen Spannungen zwischen Kuhn und Haselsteiner, zumal dies zum wiederholten Male geschehen war und Strafzahlungen (Verdoppelung) nur durch Einflussnahme des Landeshauptmannes vermieden werden konnten.




Es gibt keinen Probenplan, sprich man weiß nie, wann man dran ist. Und wenn man spontan singen muss und sofort mit kalter Stimme auf einen hohen Ton schreien und die ersten Töne uneingesungen nicht gut sind, wird man vor allen von Kuhn angeschrien und bloßgestellt, wie dass er den Stock wegwirft und rumblökt und fragt, ob das etwa die Erstbesetzung ist. Probleme werden so künstlich kreiert und andere Dinge werden gerne von ihm absichtlich falsch verstanden, damit ein Grund zum Anpöbeln da ist. Man lässt unfähige Sängerinnen große Rollen singen, weil sie mit dem Maestro liiert waren, oder um Unsicherheit zu verbreiten, während man gute Stimmen nicht beachtet, lahmlegt, auseinander nimmt, fertigmacht und mobbt.




Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, in welchem Jahr es war, dass das Orchester (ich nehme an aus arbeitsrechtlichen Gründen) 30 Stunden nach Minsk gefahren ist und dann wieder 30 Stunden retour, aber das ist garantiert passiert.




Dementsprechend sitze ich jede Probe auf glühenden Kohlen, erst am (…) wurde ich von Herrn Kuhn - nachdem ich in der Pause Kritik geübt habe - in der Probe von meinem Stuhl aufgejagt, mir wurde meine Bratsche samt Bogen entrissen und der Herr Dirigent hat mir in coram des gesamten Orchesters auf meinem Instrument etwas vorgekratzt: Ziel und Zweck sollte natürlich die erneute Einschüchterung meiner Person sein.




Ich habe bis (…) dort gespielt, bis mir die Ausbrüche von Herrn Kuhn einfach zu viel geworden sind. Ich weiß aber von den weißrussischen Musikern, dass sie bis 2003 noch 25 Euro Tagesgage bekommen haben. 2004 hat es einen Aufstand gegeben, der dann irgendwann zu 35 Euro geführt hat.




Da gibt es z.B. siebenstündige Orchesterproben. Zur Erklärung muss man da sagen, dass „normale“ Orchester nur dreistündige Proben machen, da nach dieser Zeit die Konzentration sehr stark nachlässt. Die Arbeit eines Orchestermusikers lässt sich nämlich bezüglich Feinmotorik und Konzentration mit der eines Chirurgen vergleichen. (Ich möchte nicht nach sieben Stunden operiert werden.) Es häufen sich natürlich die Fehler und geben dem Maestro die Gelegenheit, einzelne Musiker vor allen anderen zu blamieren, unflätig zu beschimpfen und fertig zu machen. Da kommt ihm sein Studium der Psychopathologie sehr entgegen.
Außerdem hat er ein besonderes System der Spionage entwickelt. Er setzt Kollegen ein, die nur darauf angesetzt sind, fehleranfällige Musiker zu denunzieren. Die werden dann sofort nach Sibirien (oder besser gesagt nach Minsk) zurückgeschickt. Kein Problem - es gibt ja keinen Kündigungsschutz.




Die politischen, oder industriellen Kulturmäzene umgibt eine Aura der Unantastbarkeit. Heute sind die Kulturbetriebe, wie auch die Tiroler Festspiele Erl, ein Spielball von Politik und Industrie. Dem Laien wird ein privates Mäzenatentum vorgespielt, deren Wahrheit sich durch komplexe Stiftungsmodelle verbirgt.






Per Werkvertrag, „Einstudierungsvertrag“ genannt, verpflichten sich die Künstler, die Musikwerke bereits vor der Anreise, das heißt zuhause, „bis zur Aufführungsreife“, das heißt wochenlang, einzustudieren. Dafür werden 930 Euro bezahlt, das aber auch wieder nur einem gegenüber den „Ostmusikern“ privilegierten Westler.


Herr Kuhn hat mir seinerzeit versprochen, dass er persönlich dafür sorgen werde, dass ich nie wieder einen Fuß auf den Boden des Operngeschehens bekomme.
Was Ihnen zu Ohren gekommen ist, entspricht absolut der Wahrheit. Wahrscheinlich ist es sogar nur ein Bruchteil der dort unwürdigen Zustände insbesondere für Musiker. Dass Herr Kuhn Leute mit geradezu menschenverachtender Härte beschimpft, ist dort völlig normal. Nicht wenige Musiker werden von jetzt auf gleich einfach des Ortes verwiesen. Andere verlassen heulend die Proben, sie flüchten geradezu. Die Aufgabe des stellvertretenden Intendanten Herrn Andreas Leisner ist es dann immer, quasi über Nacht für Ersatz zu sorgen.
Bei Sängern betrifft das übrigens auch gerne mal die Hauptrollen. Oftmals geschieht das meines Erachtens noch nicht mal unter fachlich musikalischen Aspekten, sondern vielmehr aus Kalkül, um Sängerpersönlichkeiten klein zu halten.




Ein Detail am Rande: Kuhn zahlt dem Chorleiter bzw. Direktor aus Minsk einen jährlichen Fixbetrag, den dieser auf die Künstler aufteilt, da die Musiker außer den Tiroler Festspielen keine Aufträge haben! Trotzdem proben Sie außerhalb der Festspielzeit in Minsk für die bevorstehenden, nächsten Festspiele.
Selbstverständlich kommt von diesem Geld dann auch nur das Allernotwendigste bei den Künstler an - aber für die Künstler ist es wie eine Fixanstellung in einem ohnehin furchtbar korrupten Land.




Gerade in Erl müssen Musiker manchmal sogar ununterbrochen 24 Stunden spielen. Angestellte des Förderers Haselsteiner würden zu solchen Bedingungen nicht einmal zur Arbeit erscheinen. Widerspruch und Streiks gibt es bei Musikern nicht: "Wenn du es nicht machst, macht es halt ein anderer!"




Nebenbei muss man sagen, dass die Musiker aus der Ukraine wirklich hervorragend sind. Das trifft im übrigen auch auf die aus Weißrussland zu. Die Streicher sind sogar extrem gut. Die haben alle zehn oder mehr Jahre üben müssen, um nur annähernd das Niveau zu haben, das man braucht, um diese Werke zu spielen, und dann bezahlt man sie mit einem Schmalzbrot und einer Dose Fisch.




Kuhn ist ein mittelmäßiger Dirigent mit grandioser Selbstüberschätzung und komponiert neuerdings unter neuem Namen auch schreckliches Zeug, übrigens ebenfalls dauernd in Erl zu hören, den unnötigsten Festspielen weit und breit.




Provinzblätter und Provinzpolitiker überpurzeln sich:
„Erlkönig“ und „Aushängeschild“ und „Visionär“ und „Ausnahmeerscheinung“ in der „Champions League der Musik“



Ja, es ist wirklich schon sowas wie eine Sekte mit dem Master Kuhn oben. Für mich war es damals echt ein Schock. Wie er mit dem SängerInnen umgegangen war, kann ich einfach sagen: wie Sklaven. Er hat die angesprochen wie seine Diener, aber dazu echt vulgär. Wir haben uns nur gewundert, wieso die überhaupt noch mitmachen und singen können.




Im vergangenen Sommer bekamen die Minsker das Taggeld noch bar ausbezahlt, aber von D. und nicht direkt von den Tiroler Festspielen. Das läuft alles über ihn.




Aufgrund personellen Überangebots, welches durch das Absaugen an Künstlern im gesamten europäischen Raum zu einer Verknappung der regionalen Stellenangebote führt, schafft man ein Heer an „Abhängigen“. Künstler werden aufgrund des Überangebots, der durch die personelle Marktöffnung zum Osten entsteht, gezwungen, Verträge zu niedrigsten Preisen abzuschließen, um überhaupt im Geschäft und am Markt zu bleiben. Hierfür braucht man künstlerische Leiter, die den Kulturmarkt und die Abhängigkeiten gekonnt managen. Das ist der Nährboden für sexuelle Übergriffe und Demütigungen am künstlerischen Personal. Despotische Persönlichkeiten wissen diese Zustände für Ihre eigenen Vorteile zu nutzen.




Das Klima der Verunsicherung ist in Erl noch extremer – die Verträge werden im Ernstfall sofort beendet, die Übergriffe finden fast täglich statt. Einmal hat ein Musiker versucht, Solidarität, ja gar Selbstorganisation einzufordern, das ging gnadenlos in die Hose. Ein Zusammenschluss in Erl ist praktisch undenkbar: zu viele verschiedene Nationen und Herkünfte, Denkarten, fast keine Solidarität untereinander (Prekariat!) zu viele Totalabhängigkeiten.




Vertragspassage: Über die Sauereien von Erl wurde strengstes Stillschweigen vereinbart


Ich habe vor Jahren Proben bei ihm besucht, die im Grunde aus zweistündigen Musikerbeschimpfungen bestanden.




Wie vergangene Beispiele mit Weißrussinen gezeigt haben, mussten diese auch im Falle von Unfällen oder Krankheit und damit verbunden nötiger ärztlicher Hilfe (Spital) für anfallende Behandlungskosten selbst aufkommen.




Zum Beispiel musste der Chor immer wieder einmal für drei Tage nach Minsk bzw. nach Hause reisen, da dies für die Festspiele günstiger ist. Ein Tag Busfahrt, eineinhalb Tage in Minsk, ein Tag retour nach Erl. Busfahrt ist günstiger als drei Nächtigungen und drei Taggelder für den gesamten Chor.





Wegen dem monatelangen "Fremde Proben absitzen und Hospitieren" hat man einen immensen Fahrt- und Benzinaufwand, der nicht übernommen wird, obwohl im Vertrag steht, dass die Fahrten zum Theater bezahlt werden.
Bei der Premierenparty gibt es zweierlei Essen, ein besseres geht an den Kuhntisch mit ca. 10 Personen und der Rest bekommt ein sehr gutes Catering, was dem Kuhntisch ja auch schmecken könnte. Das ist nichts Schlimmes, es sagt aber doch etwas über den Geist in manchen Köpfen.




Im Jahre (…) wurde ich von Herrn Kuhn zu den Probenarbeiten der Erler Festspiele in ein Kloster in der Nähe von Lucca eingeladen. Unterkunft und Verpflegung waren inklusive, aber keine Gage.
Danach wurde ich zu den Festspielen in Erl eingeladen – Sommer (…) 2006). Zu meiner Überraschung musste ich für die Unterkunft und Verpflegung aus eigener Tasche zahlen. Von einer Gage war keine Rede.




Landeshauptmann Platter, der mit Mitteln des Landes die Bauten und die Festspiele von Hans Peter Haselsteiner in Erl massiv sponsert, überreicht diesem das silbervergoldete „Ehrenzeichen des Landes Tirol“. Haselsteiner gibt Wahlempfehlungen ab für Günther Platter.




Wieviel das Minsker Orchester erhält, weiß ich nicht. Die haben zu Hause einen durchgehenden Lohn, der leicht über dem Niveau der Orchester dort sein soll und bekommen in Erl zusätzlich ein Taggeld bar ausbezahlt. - Zur Orchesterzusammensetzung: die Internationalität ist gewollt. So gibt es Leute aus Polen oder auch die Aushilfen aus Minsk, für die es sich lohnt, in Erl zu spielen, auch die Italiener sind froh um Arbeit. Die Italiener haben jeweils zwei Verträge. Werkvertrag und Vorbereitungsvertrag. Da gehts darum, die Abzugssteuer und die Versicherung abzufedern, da wird nicht der ganze Betrag versteuert und versichert.




Dieser saturierte selbstgefällige Maestro darf sich auf die Sponsor-Millionen des Herrn Haselsteiner stützen (Strabag Baukonzern) und auf uferlose mediale Hofberichterstattung.
Natürlich ist ihm alles andere wurscht. Zum K......




Übrigens hat Hans Peter Haselsteiner als einziger neben dem Landeshauptmann eine Landeerlaubnis für seinen Hubschrauber. Das war ein Dankeschön vom Landeshauptmann an Haselsteiner.




Dass Herr Kuhn auch so mancher Künstlerin schon an die Wäsche ist, ist durch einige Kinder von diversen Damen bezeugt, allerdings auch von Herrn Kuhn selbst und höchstöffentlich, letztes Beispiel Spross aus dem Jahre 2016/17. Und welche Künstlerin er dann nicht verpflichtet hat, weil sie sich nicht verpflichtet gefühlt hat...????




Auf Antrag des Landeshauptmannes ist jüngst die kräftige Erhöhung der jährlichen Kulturförderung für die Festspiele in Erl beschlossen worden


Seit (…) bekomme ich übrigens regelmäßig Nachrichten von anderen Künstlern, die sich ebenfalls von den dortigen Zuständen getrennt haben bzw. die getrennt wurden. Der "Club der Ehemaligen" ist mittlerweile recht groß. Dazu gehören Sänger ebenso wie Instrumentalisten, Verwaltungsangestellte, Photografen und Bühnenbildner. Herr Kuhn hat einen gewissen Verschleiß.
Ich berichte hier übrigens nur, was ich definitiv weiß! Wenn ich die Berichte, die an mich herangetragen wurden, hier auch noch berücksichtigen würde, wäre dieses Schreiben dreimal so lang und leider auch fünfmal so derb.



(Wird fortgesetzt.)



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13.2.2018





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